Tierschützer sehen Mängel bei Lebensmittelkontrolle

Bayerische Tierschützer sehen noch immer Mängel bei der Lebensmittelkontrolle im Freistaat. „Der nächste große Salmonellenskandal kommt ganz sicher“, sagte Friedrich Mülln von der „Soko Tierschutz“ der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag) vor Beginn des Prozesses um den Bayern-Ei-Skandal. Die Menge der Tiere sei in vielen Betrieben so groß, dass eine wirkliche Kontrolle gar nicht möglich sei. Auch Biobauern hätten oft 6000 bis 12 000 Legehennen: „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas passiert“, sagte Mülln. Die „Soko Tierschutz“ war zuletzt an der Aufklärung des Tierquälerei-Skandals in Allgäuer Milchviehbetrieben beteiligt.

Bei der Hühnerhaltung sei es in Bayern auch um den Tierschutz schlecht bestellt, so Mülln. Gesetzlich habe sich zwar mit dem ab 2025 geltenden Verbot sogenannter Kleingruppenhaltung etwas verbessert. „Aber auch die Bodenhaltung von mehreren tausend Hühnern in einem Raum ist für die Tiere «ein Albtraum».“

Fünf Jahre nach dem Salmonellen-Skandal um die niederbayerische Firma Bayern-Ei muss sich der frühere Geschäftsführer einem Prozess stellen. Das Verfahren beginnt am Montag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht Regensburg. Dem Mann werden unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßiger Betrug sowie lebensmittel- und tierschutzrechtliche Verstöße vorgeworfen. Laut seinem Anwalt weist er diese Vorwürfe allesamt zurück.

Aus Sicht der Ermittler soll der Mann im Jahr 2014 als Chef des Legehennen-Mastbetriebs in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) Eier mit der Kennzeichnung Güteklasse A ausliefern haben lassen, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Zwischen Juni und Oktober 2014 sollen mindestens 187 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonellen erkrankt sein, ein Mensch starb. (dpa/lby)