Tödlicher Stoß auf Nürnberger S-Bahngleis vor Gericht

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Bei einem Streit am S-Bahnhof Frankenstadion wurden im Januar zwei Jugendliche aus dem Leben gerissen. Das Schicksal bewegte deren Heimatort tief. Zwei mutmaßliche Täter müssen sich nun vor Gericht verantworten. Sie sollen die 16-Jährigen ins Gleis gestoßen haben.

In der Heimatgemeinde der beiden getöteten Jugendlichen löste das Ereignis tiefe Trauer und Betroffenheit aus: Zwei 16-Jährige fielen nach einem Streit auf ein S-Bahn-Gleis und wurden von einem Zug getötet. Den Widersachern wird nun bald der Prozess gemacht.

An dem Trauergottesdienst für die Opfer im mittelfränkischen Heroldsberg (Landkreis Erlangen-Höchstadt) nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Pfarrer Thilo Auers sagte dabei, Gott halte die beiden „unendlich sanft in seinen Händen“. Es gebe eine Zuversicht, die die Grenzen des Todes sprenge.

Die beiden 16-Jährigen waren in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar bei einer Auseinandersetzung auf dem Nürnberger S-Bahnhof Frankenstadion ins Gleis gestürzt, von einem Zug mitgerissen und getötet worden. Ein Gleichaltriger konnte sich in letzter Sekunde vor der einfahrenden Bahn durch einen Sprung retten.

Am 14. November beginnt nun vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess gegen die zwei damals 17-jährigen Kontrahenten der jungen Männer. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Nach Auffassung der Ankläger haben die beiden damals beim Warten auf die S-Bahn einen vor ihnen stehenden Jugendlichen ins Gleis gestoßen. Wegen des dichten Gedränges am Bahnsteigrand stürzten dadurch zwei weitere Jugendliche auf die Schienen. Während sich einer der drei durch einen Sprung im letzten Moment retten konnte, wurden die beiden anderen von einem herannahenden Zug erfasst und getötet.

Vom ursprünglichen Vorwurf der fahrlässigen Tötung war die Staatsanwaltschaft am Ende der Ermittlungen abgerückt. Die beiden jungen Männer hätten nicht gewusst, dass zum Tatzeitpunkt mit der Durchfahrt eines Zuges zu rechnen gewesen sei, weil die nächste fahrplanmäßige S-Bahn erst zehn Minuten später eintreffen sollte. Die Eltern der beiden Getöteten hielten die Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge laut mehrerer Medienberichte im Juli für verharmlosend.

Der Prozess ist nach dem Jugendgerichtsgesetz nicht öffentlich, wie das Gericht weiter mitteilte. Zunächst waren vier Verhandlungstage bis zum 20. November angesetzt. (dpa/lby)