Tschernobyl-Katastrophe: Bayerische Pilze noch belastet

Mehr als 30 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl ist die radioaktive Belastung von Wildpilzen im Süden Deutschlands noch immer teilweise erhöht. Vor allem im Bayerischen Wald oder am Alpenrand könnten beispielsweise Semmelstoppelpilze, Maronenröhrlinge oder Gelbstielige Trompetenpfifferlinge erhöhte Cäsium-Werte aufweisen, warnte das Bundesamt für Strahlenschutz am Donnerstag.

„Eine Gesundheitsgefahr besteht beim Verzehr dieser Pilze zwar nicht, aber wer sie in der Natur stehen lässt, kann leicht eine unnötige Strahlenbelastung vermeiden“, hieß es vom Bundesamt. Es gebe viele andere Pilzarten, die das radioaktive Cäsium-137 nur in geringer Konzentration anreicherten.

Wildpilze aus dem Handel seien unproblematisch – hier gelte ein Grenzwert 600 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse, sagte Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes. „Wenn man selbst Pilze sammelt, lohnt es sich aber, genauer hinzusehen.“

Messwerte von über 1000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse seien in den letzten drei Jahren bei Semmelstoppelpilzen, Rotbraunen Semmelstoppelpilzen, verschiedenen Schnecklingsarten, Maronenröhrlingen, Gelbstieligen Trompetenpfifferlingen, Seidigen Ritterlingen und Reifpilzen festgestellt worden.

Im Jahr 2019 wiesen insbesondere Semmelstoppelpilze am nördlichen Rand des Nationalparks Bayerischer Wald Spitzenwerte von über 4000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse auf. Ob sich die hohen Werte in diesem Jahr wiederholen, sollen Messungen des Bundesamtes ergeben. (dpa/lby)