Umstrittene Frankenwaldbrücke darf gebaut werden

Die umstrittene Frankenwaldbrücke durch das Höllental im Landkreis Hof darf gebaut werden. „Wir geben grünes Licht für die weiteren Planungen“, verkündete Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Dienstag in Lichtenberg. „Die Frankenwaldbrücke soll ein Vorzeigeprojekt für Oberfranken werden. Sie soll einen unverstellten Blick auf einen grünen Ozean aus Bäumen bieten.“ Experten des Naturschutzbeirats der Regierung von Oberfranken hatten sich zuletzt gegen den Bau der Hängebrücke ausgesprochen.

Umweltschützer kritisieren die Pläne, mitten durch das Naturschutzgebiet eine Brücke mit mehr als 1000 Metern Länge zu errichten. Sie befürchten schwerwiegende Eingriffe in das Ökosystem. Befürworter des Projekts wie Landrat Oliver Bär (CSU) erhoffen sich dagegen einen Schub für den oberfränkischen Tourismus.

Auch die Regierung von Oberfranken hält trotz der Bedenken des Naturschutzbeirats weiter an den Plänen fest und schaltete das Umweltministerium ein, das nun eine Ausnahmegenehmigung erteilte. Die Entscheidung sei verbunden mit weiteren Prüfaufträgen an die Regierung, betonte eine Sprecherin des Ministeriums. Insbesondere müsse ein detailliertes Besucherlenkungskonzept vorgelegt werden.

Durch das benachbarte Lohbachtal soll ebenfalls eine Brücke mit einer Länge von 387 Metern führen. Beide Brücken werden als Frankenwaldbrücken bezeichnet. Insgesamt soll das Projekt rund 22 Millionen Euro kosten. (dpa/lby)