Viele Störche überwintern in Bayern

Zuhause ist’s auch ganz schön: Viele bayerische Weißstörche verzichten auf die Reise in den Süden und überwintern daheim. Einzelne Vögel scheinen erstmals im Freistaat zu bleiben, insgesamt seien es rund 300, sagte Oda Wieding, Storchexpertin des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) mit Sitz in Hilpoltstein am Mittwoch. Eine genaue Zählung sei schwierig, aber da Störche das einmal erlernte Verhalten beibehalten, gehe sie von leicht ansteigenden Zahlen aus.

Milde Temperaturen und wenig Schneefall würden die Entwicklung begünstigen. „Es scheint, als ob die Zugvögel instinktiv spüren, dass es noch nicht so kalt ist und sie sich deshalb den Abflug ins Winterquartier sparen“, sagte Wieding.

Allerdings sind Auswirkungen des Klimawandels dem LBV zufolge nicht alleiniger Grund für das Verhalten der Vögel. „Weißstörche schauen sich das Überwinterungsverhalten voneinander ab“, sagte Wieding. Die ersten Überwinterer seien ausgewilderte Störche aus der Schweiz, Frankreich und Baden-Württemberg gewesen, die mittlerweile nach Bayern gezogen seien. „Seither haben sich einige ehemalige Projektstörche mit Wildstörchen gepaart und durch ihr Hierbleiben das Überwinterungsverhalten an die jeweiligen Brutpartner weitergeben“, erklärte die Storchenexpertin. Ausreichend Mäuse und kleine Fische finden die Vögel auch im Winter.

Im ausgehenden Jahr war eine Rekordzahl an Weißstorchpaaren in Bayern gezählt worden. Ihr Bestand sei um rund 100 auf 630 Brutpaare angewachsen, hatte Wieding im November erklärt. (dpa/lby)