Weiter Kampf gegen Feuer im Grunewald

Die Feuerwehr kämpft sich nach der Explosion auf dem Sprengplatz im Grunewald vorsichtig in der Sperrzone vor. Sie will heute entscheiden, ob die nahe gelegene Avus wieder freigegeben werden kann.

Die Berliner Feuerwehr hat ihre Löscharbeiten bei dem Brand im Grunewald am Montag fortgesetzt und will im Tagesverlauf versuchen, näher an den dortigen Sprengplatz heranzukommen. Ziel sei es, den Gefahrenbereich zu verkleinern, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Die Lage im Einsatzgebiet sei stabil, aber noch nicht unter Kontrolle.

Bei einer am Morgen geplanten Einsatzbesprechung wollten die Einsatzkräfte vor Ort die Lage neu bewerten. Dabei sollte unter anderem besprochen werden, ob die seit Donnerstag gesperrte Autobahn 115 – genannt Avus – wieder freigegeben werden kann oder nicht. Auf der parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verlaufenden Bahnstrecke rollen seit Samstag wieder Züge.

Der Einsatz, der wohl noch Tage dauern wird, birgt nach Einschätzung der Feuerwehr weiter große Gefahren. Ziel sei es, den Gefahrenbereich zu verkleinern. Die Einsatzkräfte sollten näher an den Sprengplatz herankommen, wo der Brand ausgebrochen war – und der dort aktuell gelöscht ist. Der Boden ist allerdings sehr heiß.

Auf dem Gelände, auf dem es seit Donnerstag Feuer und Explosionen gegeben hatte, lagern tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper in Gebäuden. Den Sprengplatz zur Vernichtung von Waffen und Explosivstoffen gibt es seit 1950. Dort zuständig ist die Polizei.

Lage wird als dynamisch eingeschätzt

Noch gilt für die Feuerwehrleute ein Sicherheitsbereich von 500 Metern um den Sprengplatz. Am Sonntag war ein Sprengmeister in einem gepanzerten Fahrzeug dort. Dabei konnte er wichtiges technisches Material bergen.

Die Feuerwehr kann inzwischen zwei Löschroboter und einen Löschpanzer einsetzen, die auf dem Gelände definierte Hotspots kühlen. Die Lage wird insgesamt als sehr dynamisch eingeschätzt.

Die Kühlmaßnahmen mit Wasser auf dem Sprengplatz werden nachts ausgesetzt, weil für die eingesetzten Roboter und Panzer Licht und Übersicht nicht ausreichen. In der Nacht sei jedoch ein Bereitschaftsdienst unterwegs, der regelmäßig Streife fahre, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Arbeiten mit Roboter und Panzer sollten morgens weitergehen, dann werde auch die Lage neu bewertet.

Zugstrecke ist wieder freigegeben

Nach der dreitägigen Streckensperrung läuft der Bahnverkehr derweil wieder normal. Die Feuerwehr hatte am Samstag in Absprache mit der Polizei die Zugstrecke wieder freigegeben. Betroffen waren S-Bahnen, Regionalzüge, IC und ICE.

Auch die seit Ausbruch des Feuers am Donnerstag bestehende generelle Sicherheitszone von 1000 Metern um das Gelände besteht weiterhin. Eine Ausnahme gilt bisher nur für die Bahnstrecke, die am äußeren Rand der Sperrzone verläuft. (dpa)