Fall Wolbergs: Kripobeamter weist Vorwurf zurück

Ein Kripobeamter hat im Korruptionsprozess um den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs die in einem anonymen Brief gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Der Mann sagte am Donnerstag vor dem Landgericht Regensburg als Zeuge aus. Er hatte im Zuge der Ermittlungen unter anderem die Vernehmung von Wolbergs geleitet.

In einem kürzlich anonym an Wolbergs und dessen Verteidiger geschickten Brief schrieb der unbekannte Verfasser, der Kripobeamte habe vor der Vernehmung Wolbergs‘ sinngemäß geäußert, diesen „fertig machen“ zu wollen. Dazu sagte der Beamte: „Das entspricht in keinster Weise meiner Einstellung.“ Er habe für sich den Anspruch, sorgfältig und genau zu arbeiten. „Ich bin nicht der, der mit blindem Verfolgungseifer durch die Gegend läuft.“

In dem Prozess geht es um die Frage, ob Bauunternehmer dem früheren SPD-Politiker Wolbergs im Kommunalwahlkampf 2014 Parteispenden haben zukommen lassen, um sich auf diese Weise dessen Wohlwollen bei der Vergabe von Bauprojekten zu sichern.

Mit Wolbergs sitzen noch zwei Unternehmer auf der Anklagebank. Die Vorwürfe lauten auf Bestechlichkeit und Vorteilsannahme bei Wolbergs sowie bei den Bauträgern auf Bestechung und Vorteilsgewährung. Gegen einen dritten Bauunternehmer hat das Gericht am Mittwoch das Verfahren gegen eine Geldauflage vorläufig eingestellt. (dpa/lby)