Wolbergs erneut vor Gericht

Regensburgs suspendierter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs muss sich vom 1. Oktober an erneut vor Gericht verantworten. Das gab das Landgericht Regensburg am Freitag bekannt. Nach dem weitgehenden Freispruch in einem ersten Verfahren wegen Vorteilsnahme seien nun zwei weitere Anklagen der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen Wolbergs zugelassen worden. Das Landgericht hatte diese beiden Anklagen zunächst nicht zugelassen. Das war aber vom Oberlandesgericht Nürnberg in höherer Instanz korrigiert worden.

In dem neuen Verfahren sollen alle drei Anklagen miteinander verknüpft werden. „Mit dieser Maßnahme wurde die Möglichkeit geschaffen, einen einheitlichen Prozess über sämtliche dem Landgericht Regensburg noch vorliegenden Anschuldigungen gegen Joachim Wolbergs zu führen, die nicht bereits in das kürzlich verkündete Urteil der Wirtschaftsstrafkammer eingeflossen waren“, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts. In einem Verfahren ist Wolbergs alleine tatverdächtig, in einem weiteren sind zwei Unternehmer aus der Regensburger Baubranche und der frühere Geschäftsführer eines Immobilienunternehmens aus Mittelfranken mitangeklagt.

Wolbergs wird im Kern vorgeworfen, über Parteispenden an seinen SPD-Ortsverein im Zusammenhang mit dem Bauprojekt Nibelungenkaserne hohe Bestechungsgelder aus der Baubranche angenommen zu haben. Im ersten Verfahren erkannte das Gericht nach 60 Verhandlungstagen an, dass Wolbergs zwar in einigen Punkten fehlerhaft gehandelt hatte, nahm ihm aber seine Beteuerung ab, niemals absichtlich kriminell geworden zu sein. (dpa/lby)