Zweiter Tag im Prozess gegen früheren Bayern-Ei-Chef

Im Prozess gegen den Ex-Chef der früheren Firma Bayern-Ei aus Niederbayern stehen die ersten Zeugenvernehmungen an. Heute, dem zweiten Verhandlungstag in dem Mammutverfahren, sollen vor dem Landgericht unter anderem ein früherer Geschäftsführer, mehrere Mitarbeiter sowie Polizisten gehört werden.

Zum Prozessauftakt am Montag hatte der angeklagte ehemalige Chef geschwiegen. Er muss sich fünf Jahre nach dem Salmonellen-Skandal unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßigen Betrugs sowie lebensmittel- und tierschutzrechtlichen Verstößen verantworten. Sein Verteidiger Ulrich Ziegert wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück.

Aus Sicht der Ermittler soll der Angeklagte im Jahr 2014 als Chef des Legehennen-Mastbetriebs in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Zwischen Juni und Oktober 2014 sollen mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonellen erkrankt sein, 40 der Fälle kamen nun zur Anklage. Ein Mensch soll nach dem Verzehr von Bayern-Ei-Ware gestorben sein. Handelspartner zahlten für die der Anklage nach falsch gekennzeichneten, Salmonellen-kontaminierten Eier rund fünf Millionen Euro. (dpa/lby)